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14.08.2026Aktuelles


Phishing wird persönlich

Wenn Phishing-Nachrichten glaubwürdig wirken

Phishing ist längst nicht mehr nur an unpersönlichen Nachrichten oder offensichtlichen Rechtschreibfehlern zu erkennen. Cyberkriminelle nutzen zunehmend konkrete Informationen wie Namen, Buchungsdaten, Rechnungen, Projekte oder bestehende Geschäftsbeziehungen.

Dadurch wirken gefälschte Nachrichten authentisch. Empfängerinnen und Empfänger werden beispielsweise aufgefordert, eine Buchung zu bestätigen, eine Zahlung erneut durchzuführen, ein Konto zu verifizieren oder vertrauliche Daten einzugeben.

Ein aktueller Sicherheitsvorfall im Umfeld eines österreichischen IT-Dienstleisters der Hotelbranche zeigt, welche Folgen solche Angriffe haben können. Gäste erhielten Nachrichten, die sich offenbar auf tatsächliche Reservierungen bezogen. Unter dem Vorwand einer Buchungsbestätigung sollten sie Links öffnen und erneut Zahlungsdaten eingeben.

Die zentrale Erkenntnis:

Cyberangriffe machen nicht an Unternehmensgrenzen halt. Die Sicherheit digitaler Geschäftsprozesse betrifft Unternehmen, Mitarbeitende, IT-Partner, Plattformen und Kunden gleichermaßen.


Die digitale Zusammenarbeit sicher gestalten

Unternehmen nutzen heute zahlreiche externe Dienste und IT-Lösungen – von Cloud-Anwendungen und Kommunikationsplattformen über ERP- und CRM-Systeme bis hin zu Hosting, Supportzugängen und Schnittstellen.

Diese Systeme ermöglichen effiziente Geschäftsprozesse. Gleichzeitig werden Daten ausgetauscht und externe Zugriffe eingerichtet. Dadurch entstehen zusätzliche Anforderungen an die IT-Sicherheit.

Unternehmen sollten gemeinsam mit ihrem IT-Partner regelmäßig prüfen:

▶  Welche externen Anbieter haben Zugriff auf Unternehmens- oder Kundendaten?

▶  Welche Benutzerkonten, Schnittstellen und Fernzugänge bestehen?

▶  Sind kritische Zugänge durch Mehr-Faktor-Authentifizierung geschützt?

▶  Werden Berechtigungen regelmäßig überprüft?

▶  Wie werden verdächtige Aktivitäten erkannt?

▶  Sind Zuständigkeiten und Notfallprozesse klar geregelt?

▶  Sind Backups vorhanden und wiederherstellbar?

Dabei sollten IT-Dienstleister nicht grundsätzlich als Risiko betrachtet werden. Ein professioneller IT-Partner ist vielmehr ein wichtiger Bestandteil einer wirksamen Sicherheitsstrategie. Er unterstützt Unternehmen dabei, Risiken transparent zu machen, Schutzmaßnahmen umzusetzen und im Ernstfall strukturiert zu reagieren.


Vom kompromittierten Zugang zur Phishing-Welle

Ein Sicherheitsvorfall kann unterschiedliche Auswirkungen haben. Wird beispielsweise ein Benutzerkonto, eine Anwendung oder ein externes System kompromittiert, können Angreifer möglicherweise Kontakt-, Kunden- oder Transaktionsdaten einsehen.

Diese Informationen lassen sich anschließend für gezielte Betrugsversuche nutzen:

  1. Angreifer verschaffen sich Zugang zu einem Konto oder System.
  2. Sie erhalten Einblick in relevante Kontakt- oder Geschäftsdaten.
  3. Diese Informationen werden mit gefälschten Absendern, Webseiten oder Telefonnummern kombiniert.
  4. Betroffene erhalten eine scheinbar passende Nachricht.
  5. Unter Zeitdruck sollen sie klicken, zahlen oder vertrauliche Daten übermitteln.

Für Unternehmen ist es deshalb wichtig, nicht nur die eigene Infrastruktur isoliert zu betrachten. Entscheidend ist die Sicherheit der gesamten digitalen Zusammenarbeit.


Vier wichtige Maßnahmen gegen gezieltes Phishing

Kritische Zugänge absichern

Für E-Mail-Konten, Cloud-Anwendungen, Administrationszugänge und externe Supportverbindungen sollte die Mehr-Faktor-Authentifizierung eingesetzt werden. Sie bietet zusätzlichen Schutz, selbst wenn ein Passwort durch Phishing oder einen Datenabfluss bekannt geworden ist.

Nicht mehr benötigte Konten, alte Berechtigungen und gemeinsam genutzte Zugänge sollten regelmäßig überprüft und entfernt werden.

 

E-Mail-Kommunikation schützen

Moderne E-Mail-Security kann viele betrügerische Nachrichten bereits vor der Zustellung erkennen. Dazu gehören unter anderem:

▶  Spam- und Phishing-Filter,

▶  Schutz vor schädlichen Links und Anhängen,

▶  Absender- und Domainprüfung,

▶  sichere E-Mail-Konfigurationen wie SPF, DKIM und DMARC,

▶  sowie die Erkennung ungewöhnlicher Anmeldeversuche.

 

Verdächtige Nachrichten unabhängig prüfen

Aufforderungen zu Zahlungen, Passwortänderungen oder zur Eingabe vertraulicher Daten sollten immer über einen bekannten Kommunikationsweg überprüft werden.

Dafür sollte nicht die Telefonnummer oder der Link aus der verdächtigen Nachricht verwendet werden. Besser ist es, die offizielle Website manuell aufzurufen oder eine bereits bekannte Ansprechperson zu kontaktieren.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn eine Nachricht:

▶  ungewöhnlichen Zeitdruck erzeugt,

▶  eine Sperre oder Stornierung ankündigt,

▶  zur erneuten Eingabe bereits bekannter Daten auffordert,

▶  einen neuen Kommunikationskanal verwendet,

▶  oder von einer unbekannten Adresse beziehungsweise Telefonnummer stammt.

 

Mitarbeitende sensibilisieren und Notfälle vorbereiten

Technische Schutzmaßnahmen können nicht jede betrügerische Nachricht verhindern. Mitarbeitende sollten daher wissen, wie sie verdächtige Nachrichten erkennen und wo sie diese melden können.

Ebenso wichtig ist ein Notfallplan. Darin sollte festgelegt sein:

▶  wer im Ernstfall entscheidet,

▶  wer den IT-Partner kontaktiert,

▶  welche Konten sofort gesperrt werden,

▶  wie betroffene Systeme isoliert werden,

▶  wie Backups wiederhergestellt werden,

▶  und wie Kunden oder Geschäftspartner informiert werden.

Backups sollten regelmäßig auf ihre Wiederherstellbarkeit geprüft werden.


IT-Sicherheit ist Teamarbeit

IT-Sicherheit ist keine einmalige Maßnahme und lässt sich nicht vollständig an einen einzelnen Dienstleister auslagern. Sie entsteht durch das Zusammenspiel von Technik, Organisation und aufmerksamem Verhalten.

Unternehmen und IT-Partner tragen dabei unterschiedliche, aber miteinander verbundene Aufgaben. Der IT-Dienstleister schafft technische und organisatorische Rahmenbedingungen. Das Unternehmen sorgt für klare interne Abläufe, verantwortungsbewusstes Verhalten und die schnelle Meldung verdächtiger Vorgänge.

Eine gute Zusammenarbeit zeichnet sich aus durch:

▶  verständliche Beratung,

▶  transparente Zuständigkeiten,

▶  regelmäßige Sicherheitsüberprüfungen,

▶  klare Prozesse für Sicherheitsvorfälle,

▶  verlässliche Erreichbarkeit,

▶  und eine langfristige Sicherheitsstrategie.

 

Sie möchten wissen, wie gut Ihre IT-Umgebung gegen Phishing und andere Sicherheitsvorfälle geschützt ist?

 

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle IT-Sicherheits- oder Datenschutzberatung.

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